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Aktuelles

#freenarges: Solidarität mit Narges Mohammadi

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Die iranische Aktivistin Narges Mohammadi wurde für ihren friedlichen Einsatz zur Stärkung der Menschenrechte zu 16 Jahren Haft verurteilt. Amnesty International fordert weltweit durch die Aktion #freenarges zur Solidaritätsbekundung auf. 

 

 

17.12.2016: Informationsstand in der Stadtbücherei Münster

Wir laden herzlich dazu ein, sich am Stand über aktuelle menschenrechtliche Entwicklungen zu informieren und die Betroffenen von Missständen durch Petitionen und Briefe zu unterstützen. 

 

Arbeitsschwerpunkte

Die Arbeit in unserer Einzelfallgruppe umfasst das Veröffentlichen von Fällen politisch verfolgter Menschen und das Appellieren an die politischen Akteure, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und sich für die Rechte der Menschen einzusetzen.

Wir halten auf den jeweils zugänglichen Kommunikationswegen Kontakt zu den Betroffenen und ihren Angehörigen, um ihnen zu zeigen, dass ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät, und unterstützen sie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit.

Außerdem ist es uns ein großes Anliegen, auch hier in Münster Aufmerksamkeit und Solidarität für die Fälle aus den verschiedensten Teilen der Erde zu schaffen.

 

Fälle

Momentan betreut unsere Gruppe Reza Shahabi im Iran, der sich infolge seiner gewerkschaftlichen Tätigkeiten und auf Grundlage einer vage formulierten Anklage seit 2010 in Haft befindet.

Nähere Informationen unter: http://www.amnesty-iran.de/Main/20120724001

Des Weiteren beschäftigen wir uns aktuell mit dem Fall zweier inhaftierter Jugendlicher in Bahrain. Jehad und Ebrahim wurden bei einer regierungskritischen Demonstration festgenommen und mittels erzwungener Geständnisse zu zehnjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Beispielbriefe zum Fall unter: http://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen/2014/3/bahrain-jehad-sadeq-aziz-salman-und-ebrahim-ahmed-radi-al-moqdad

 

Die Gruppentreffen finden jeden dritten Mittwoch statt.

Kontakt: amnesty.ms1178@googlemail.de

Unsere Arbeitsschwerpunkte

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Bericht vom Treffen mit Ali Bas

Ali Bas (Dritter von rechts) beim Gespräch mit der Münsteraner Einzelfallbetreuungsgruppe (Foto von Nicolina Kirby)

Ali Bas (Dritter von links) beim Gespräch mit der Münsteraner Einzelfallbetreuungsgruppe (Foto von Nicolina Kirby)

Am 6. November traf sich die Münsteraner Einzelfallbetreuungsgruppe von Amnesty International mit dem nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Ali Bas zu einem Gespräch über den Fall der in Indien gefangen gehaltenen Aktivistin Soni Sori. Die Amnesty-Gruppe setzt sich seit mehreren Monaten für ihre Prozessmachung und Freilassung ein. Das Treffen fand im Produktivhaus in Münster statt.

Sori wird vorgeworfen, aufständische Maoisten in ihrem Heimat-Bundesstaat Chattisgarh unterstützt zu haben. Mit ihr verhaftet wurde auch ihr Neffe Lingaram Kodopi. Obgleich sich bereits drei der sechs Anklagepunkte als unwahr herausgestellt haben und fallen gelassen wurden, wird der Prozess gegen die beiden immer wieder verschoben. Wie Ärzte zudem bestätigt haben, wurde Sori während ihrer Untersuchungshaft schon mehrfach gefoltert und sexuell misshandelt, die Täter wurden jedoch nie zur Rechenschaft gezogen. Die indische Regierung hält sich bislang zurück. Der Fall Sori hat zwar sowohl in der EU als auch in Indien viele Beobachter, jedoch wenige Akteure.

Bas, der einen deutsch-türkischen Hintergrund hat und sich politisch unter anderem für die rechtliche Gleichstellung von Religionsgemeinschaften einsetzt, zeigte sich für den Fall interessiert und sagte der Amnesty-Gruppe seine Unterstützung zu. So will er Verbindungen zur Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe herstellen, die das Anliegen auf ihre Agenda setzen und sich vor Ort in Indien dafür einsetzen soll. Außerdem sicherte Bas zu, dass er zuständige Parteikollegen auf Bundesebene näher über den Fall in Kenntnis setzen werde. Er selbst möchte sich durch das Schreiben von Briefen an die indische Regierung für Soris Prozessmachung und Freilassung einsetzen und auch Kollegen zum Schreiben motivieren. Zu der Amnesty-Gruppe aus Münster möchte Bas in Zukunft „gerne öfter kommen“.

Treffen mit Ali Bas, MdL, 06.11.2013

Die Münsteraner Amnesty-International-Gruppe Einzelfallbetreuung lädt ein zu einem Treffen mit Herrn Ali Bas. Dieser ist Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Wann: Mittwoch, 06.11.2013, 19:30
Wo: produktivhaus, Martinistraße 2

Im Mittelpunkt des Gesprächs soll die indische politische Gefangene Soni Sori stehen – natürlich wird aber auch Raum für weitere Themen bleiben.

Wir freuen uns auf euch!

Nasrin Sotoudeh freigelassen

Nasrin SotoudehAmnesty International Münster/Osnabrück begrüßt die Freilassung der iranischen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und von mindestens 11 politischen AktivistInnen. Auch die Münsteraner Einzelfallbetreuung hatte sich unermüdlich für die Gefangene eingesetzt.

„Während die Freilassungen eine positive Entwicklung darstellen, müssen sie aber ein erster Schritt sein, der den Weg zu einer Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen im Iran bahnt, die nur in Haft sitzen, weil sie friedlich ihre Rechte wahrgenommen haben,“ sagte Hassiba Hadja Sahraoui, die stellvertretende Direktorin der Abteilung für den Nahen Osten und Nordafrika von Amnesty International.

Nasrin Sotoudeh wurde im September 2010 wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Gefährdung der Sicherheit des Landes“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Unter anderem wurde ihr vorgeworfen, Mitglied des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger (Centre for Human Rights Defenders, CHRD) zu sein.

Amnesty International sah sie als gewaltlose politische Gefangene an. Die Münsteraner Gruppe 1178, die sich auf die Betreuung von Gefangenen spezialisiert hat, setzte sich sich für ihre sofortige und bedingungslose Freilassung ein.

„Die iranische Regierung muss nun das Urteil gegen Nasrin Sotoudeh zurücknehmen und das gegen sie verhängte Reise- und Berufsverbot als Anwältin aufheben, wenn dieser Schritt mehr als nur symbolischen Charakter haben soll. Außerdem muss sie die ständigen Bedrohungen und Verhaftungen von Menschenrechtsverteidigern beenden“, so Hassiba Hadj Sahraoui.

Die iranischen Behörden nannten keine Gründe für die Freilassung und ließen unklar, ob es sich hierbei um eine bedingungslose Freilassung handelt.

„Die Freilassung von Nasrin Sotoudeh und anderen muss einen grundsätzlichen Wandel im Umgang der iranischen Regierung mit Menschenrechten, friedlichen AktivistInnen und Kritikern bedeuten. Ansonsten riskiert sie, dass dieser Schritt als PR-Schachzug im Vorfeld der UN-Generalversammlung, die nächste Woche in New York stattfinden wird, gesehen wird.“

Nasrin Sotoudehs Erfahrungen während der Haft sind charakteristisch für die Behandlung von politischen Gefangenen in den berüchtigten iranischen Gefängnissen. So durfte sie keinen Besuch von ihrem Ehemann, Reza Khandan, und ihren beiden Kindern bekommen. Einmal wurde ihr Ehemann sogar für eine Nacht inhaftiert, weil er sich friedlich für die Freilassung seiner Frau eingesetzt hatte.

Die Behörden verhängten weiterhin im Jahr 2012 ein rechtswidriges Reiseverbot gegen ihre 13-jährige Tochter. Daraufhin trat Nasrin Sotoudeh in einen 49 -tägigen Hungerstreik, den sie erst beendete, nachdem dieses Reiseverbot aufgehoben wurde.

Nasrin Sotoudeh dankte allen UnterstützerInnen von Amnesty International, die sich für ihre Freilassung eingesetzt haben: „Ich habe all euren Einsatz für mich mitbekommen und möchte euch für eure Arbeit danken,“ sagte sie.