Ist das Boot zu voll? Ausstellung zu Bootsflüchtlingen im Stadthaus 1 und H1, Münster

Die Ausstellung „Ist das Boot zu voll?“ der Asyl- und die Hochschulgruppe, bringt das Thema Bootsflüchtlinge nach Münster

Gestorben an den EU-Außengrenzen. Ertrunken im Mittelmeer. Leichen geborgen, wo Deutsche, Engländer oder Franzosen Urlaub machen. Die Tagesnachrichten berichten von jungen Männern, Frauen und Familien, die in kleinsten Fischerbooten eine gefährliche Reise antreten – ohne am Ziel willkommen zu sein.

Ausstellung „Ist das Boot zu voll?“
Donnerstag, 3. Mai 2012 bis Montag, 21. Mai 2012 im Stadthaus 1, Klemensstraße 10, Münster

Dienstag, 22. Mai bis Dienstag, 5. Juni 2012 im Foyer des H1, Hindenburgplatz 10-12, Münster

Faltblatt Ausstellung Bootsfluechtlinge


Allein 2011 sind laut dem Flüchtlingsdienst der Vereinten Nationen (UNHCR) 58.000 Bootsflüchtlinge über das Mittelmeer zu uns nach Europa gekommen. Wie viele auf dem Weg ihr Leben ließen, ist unklar: Der UNHCR geht von mehr als 1.500 Toten aus. Bei uns werden sie häufig als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet, doch das trifft oft nicht zu: Sie stammen aus Somalia und Eritrea, wo seit Jahren Gewalt und Perspektivlosigkeit den Alltag beherrschen. Aktuell flüchten viele wegen der Kriege und Unruhen aus nordafrikanischen Staaten. Für sie stellt die Seereise über das Mittelmeer nach Europa einen letzten Ausweg dar.

In Europa sind sie jedoch nicht erwünscht: Mit immer mehr Soldaten, immer modernerer Technik und noch mehr Geld fängt die Europäische Union die Flüchtlinge schon auf dem afrikanischen Festland oder spätestens auf dem Mittelmeer ab. Haben sie den Boden eines EU-Landes betreten, beginnt ein asylpolitischer Hindernislauf. Sie finden sich in überfüllten Flüchtlingslagern auf Malta, Lampedusa oder in Griechenland wieder, von wo aus sie schnellstmöglich wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen. Aus welchen Ländern kommen die Menschen, die sich in kleinen Fischerbooten in Lebensgefahr auf dem Mittelmeer begeben?

Wer sind sie? Warum nehmen sie die gefährliche Überfahrt und unsichere Zukunftsaussichten in Europa auf sich? Welche Chance auf Asyl haben sie?
Wie wollen wir als Europäer mit der Situation umgehen? Die Ausstellung Bootsflüchtlinge von Amnesty International im Stadthaus I in Münster gibt Antworten und stellt neue Fragen zu einem Thema, das weit entfernt scheint, aber uns dennoch auch hier – im mittelmeerfernen Münster – kümmern sollte.

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 03.05.2012, 16.30 Uhr

Ausstellung im Stadthaus 1
Donnerstag, 03.05. bis Montag, 21.05.2012 im Foyer des Stadthaus 1, Klemensstraße 10, 48143 Münster

Öffnungszeiten:
Mo-Do: 8.00-18.00 Uhr
Fr /Sa: 8.00-12.00 Uhr

Ausstellung im H1 der WWU
Dienstag, 22.05. bis Dienstag, 05.06.2012 im Foyer des Hörsaalgebäudes H1, Hörsaalgebäude Hindenburgplatz, 48143 Münster

Öffnungszeiten:
Mo-Fr: 8.00-20.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Informieren Sie sich und diskutieren Sie mit, über Beweggründe und Wege der Flucht über das Mittelmeer und dem Leben als Flüchtling in Europa: Gelegenheit bieten Diskussionsveranstaltungen im Internationalen Zentrum „Die Brücke“, zwei Spielfilmabende im „Cinema“ sowie das pädagogische Begleitprogramm.

Sie sind uns willkommen!

 

Programm

> Faltblatt Ausstellung Bootsfluechtlinge

Infoabend „Flüchtlinge und die EU “
Samstag, 05.05.2012, 19.00 Uhr
Die Brücke – Internationales Zentrum der WWU Münster, Wilmergasse 2, Münster
Flüchtlingsschutzexperte Stefan Keßler, jesuitischer Flüchtlingsdienst Brüssel, stellt die aktuelle Migrationspolitik der Europäischen Union vor und schildert die humanitäre Lage von Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen.

Spielfilmabende in Kooperation mit der Linse e.V.
Cinema, Warendorfer Str. 45-47, Münster
www.cinema-muenster.de

 

 

Foto: Movienet Film


 

 

 

 

 

 

 

Die Farbe des Ozeans (Deutschland/Spanien 2011)
Mittwoch, 16.05.2012, 19.00 Uhr (Vorpremiere) – ab Donnerstag, 17.05.2012 im Wochenprogramm.
Die deutsche Urlauberin Nathalie (Sabine Timoteo) wird unerwartet an einem kanarischen Strand mit der  Ankunft eines Flüchtlingsbootes konfrontiert. Sie will spontan helfen, auch gegen den Willen ihres  Mannes Paul (Friedrich Mücke). Ihre Bemühungen, den Afrikaner Zola (Hubert Koundé) und seinen Sohn auf deren Flucht  zu unterstützen, bringen sie schließlich unfreiwillig mit der spanischen Polizei in Kontakt. Besonders der ermittelnde Polizist José (Alex Gonzalez) beginnt sich für sie und ihre  Pläne zu interessieren. Denn er ist auf der Suche nach den beiden Entflohenen, um sie umgehend in den  Senegal zurückzuschicken. Seine beinahe tagtägliche Auseinandersetzung mit den afrikanischen Flüchtlingen hat  ihn mit der Zeit zynisch werden lassen. Erst durch seine Begegnung mit der deutschen Touristin beginnt er seine ablehnende Haltung zu überdenken…

Deutschland/Spanien  2011 · Regie und Drehbuch: Maggie Peren · Kamera: Armin Franzen · Mit Álex González, Hubert Koundé, Nathalie Poza, Sabine Timoteo, Friedrich Mücke · ab 12 J. · teilw. span./franz.OmU · 97‘

 

Foto: Kairosfilm


 

 

 

 

 

 

 

 

14 Kilometer – Auf der Suche nach dem Glück (Spanien 2007)
Mittwoch, 23.05.2012, 19.00 Uhr

Violet, ein junges Mädchen aus Mali, soll gegen ihren Willen mit einem alten Mann verheiratet werden. Wütend und verstört beschließt sie, noch vor der Hochzeit ihr Dörfchen am Fluss zu verlassen. Der Mechaniker Buba träumt von einer internationalen Karriere als Fußballspieler, doch er wartet vergeblich darauf, dass sich mal ein Talentscout nach Niger verirrt. So hoffen Buba und sein Bruder Mukelsa das Glück in Europa zu finden, das ihnen wie eine Wunschtraumwelt erscheint. Violets und Bubas Wege kreuzen sich. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise: per Bus, Flussschiff, Lastwagen, Kamelkarawane und zu Fuß. Doch der Weg von Zentral-Niger durch die riesige Tenere-Wüste bis nach Algerien und Marokko ist weit, und äußerst gefährlich ist er auch…
Die bewegende authentische Geschichte dreier Flüchtlinge in einem packend inszenierten Roadmovie durch Nordafrika.

»Ein Film, der angeht, der bestürzt. Mitleid, Empörung und Verständnis provoziert, weil aus den gewohnten „Papier-, Kurzbild- oder Wort-Infos“ plötzlich mehr wird: angehende Menschlichkeit.« (Deutschlandradio Kultur)

14 KILÓMETROS  · Spanien 2007 · Regie und Drehbuch: Gerardo Olivares· Kamera: Gerardo Olivares, Alberto Moro · Mit Adoum Moussa, Illiassou Mahamadou Alzouma, Aminata Kanta · ab 0 J. · haussa/franz./tamash./arab.OmU · 95‘


Podiumsdiskussion „Welches Boot ist wie voll?“ – Dublin II und die Verteilungsfrage
Donnerstag, 05.07.2012, 19.00 Uhr
Die Brücke – Internationales Zentrum, Wilmergasse 2, Münster
veranstaltet von der Hochschulgruppe von Amnesty International
Welche Probleme bringt das Dublin-II-Verfahren mit sich? Welche Änderungen sind notwendig? In welcher Verantwortung stehen Aufnahmeländer, die in vermeintlich sichere
Drittstaaten abschieben? Was fordert Amnesty International?
Neue Einblicke zum Thema Asylpolitik in Europa bietet der Vortrags- und Diskussionsabend mit sachkundigen Gästen.

 

Pädagogisches Begleitprogramm für Schulklassen (9. – 13. Jg.) und Jugendgruppen
Das Bildungsprojekt der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.  (GGUA)  bietet ein pädagogisches Begleitprogramm zur Ausstellung von Amnesty International an. In den Workshops werden die Teilnehmenden sich mit der mediale Wahrnehmung von Bootsflüchtlingen sowie den Themen Flucht und Asyl näher beschäftigen können.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter bildungsarbeit@ggua.de
Mehr Informationen zum Bildungsprojekt der GGUA auf www.ggua.de

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Eine Antwort auf Ist das Boot zu voll? Ausstellung zu Bootsflüchtlingen im Stadthaus 1 und H1, Münster

  1. Dorothee Speiser sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Wäre es möglich, die Ausstellung „Ist das Boot zu voll?“ für unseren Tag der offenen Tür am 28.9.2012 in der Flüchtlingsunterkunft Rastatt auszuleihen? Wenn ja, mit welchen Kosten wäre eine Ausleihe und der Versand verbunden?
    Vielen herzlichen Dank,
    Mit freundlichen Grüßen
    Dorothee Speiser

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